Urban Thinkers Campus 2017

Vom 18. bis 21. Oktober 2017 fanden Studierende und Professoren von sieben Fakultäten aus der Region und lokale Akteure unter Leitung von Sally Below, Urbanistin und strategische Begleiterin des Entwicklungsprozesses der Multihalle, und Wulf Kramer vom Yalla Yalla! – studio for change aus Mannheim in einem „urban thinkers camp“ zusammen, um die Aufgabe zu bearbeiten, die Multihalle als „Denkraum für Zukunftsthemen“ und als Nukleus im Quartier zu entwickeln. Dabei waren die Frankfurt University of Applied Sciences, die Hochschule für Technik Stuttgart, das KIT Karlsruher Institut für Technologie, die Technische Universität Kaiserslautern, die Universität Heidelberg und die Universität Stuttgart.

Das urban thinkers camp war dem Urban Thinkers Campus vorgeschaltet, den Mannheim zum zweiten Mal im Auftrag von UN HABITAT, einer Unterorganisation der Vereinten Nationen (UN), erfolgreich veranstaltet hat. Der UTC setzte sich mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDG) auf kommunaler Ebene und mit dem Leitbildprozess „Mannheim 2030“ auseinander.

Die Multihalle und die Ergebnisse des urban thinkers camp waren Thema eines Sonderpanels auf dem Urban Thinkers Campus.

Das urban thinkers camp

Mit einer Einführung durch Marco Spies vom Baukompetenzzentrum Mannheim in der Multihalle startete das urban thinkers camp am Nachmittag des 18. Oktober und wurde anschließend in den nahegelegenen Räumen der Paul-Gerhardt-Kirche fortgeführt. In seinem Input zu Zukunftslaboren und aktuellen Ansätzen in der partizipierenden Stadtentwicklung gab Sascha Eschmann, Gründer des Büros My Social City aus Wiesbaden, weitere Denkanstöße.

Am folgenden Workshoptag beschäftigten sich die Studierenden in fünf interdisziplinären Arbeitsgruppen mit Konzepten für gesellschaftliche Denkräume – und welche Akteure gebraucht werden, um eine solche Vision Wirklichkeit werden zu lassen, wer sie betreiben, finanzieren und kommunizieren könnte. Parallel bauten die Studierenden vom Fachbereich Tektonik im Holzbau der Technischen Universität Kaiserlautern unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Graf und Prof. Stefan Krötsch in der Multihalle eine 1:1-Tragwerkskonstruktion.

Beim Speed-Consulting am Abend dieses Tages stellten die Arbeitsgruppen ihre Konzeptansätze Experten unterschiedlicher Disziplinen bei Pizza und Bier vor. Dirk Breunich, Geschäftsführer der Werbeagentur Donner & Doria, Tatjana Dürr, Referentin für Baukultur der Stadt Mannheim, Lea Gerschwitz, Dramaturgin beim Kulturbüro der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, Jennifer Yeboah, Quartiersmanagerin im Herzogenried, und Frank Zumbruch, Leiter der Creative Commission Mannheim, berieten die Studierenden bei der Weiterentwicklung ihrer Ideen.

Betreut wurden die Studierenden weiterhin von Prof. Volkmar Bleicher von der Hochschule für Technik Stuttgart, Prof. Dr. Wolfgang Jung und Fabian Riemenschneider von der Frankfurt University of Applied Sciences, Prof. Jens Ludloff und Florian Kaiser von der Universität Stuttgart, Matthias Stippich vom Karlsruher Institut für Technologie KIT und Dr. Christina West von der Universität Heidelberg.

In den Arbeitsgruppen entstanden fundierte Konzepte, die zusammen mit ausgewählten Semesterarbeiten von Studierenden der beteiligten Hochschulen und Universitäten im Sonderpanel zur Multihalle auf dem Urban Thinkers Campus am 21. Oktober im Stadthaus Mannheim eine angemessene Diskursplattform fanden und das Vorhaben Multihalle hier in einen stadtentwicklungspolitischen Kontext setzten.

Sonderpanel Multihalle

Die Multihalle kann ein neuer Impuls für stadtgesellschaftliche Begegnungen und Innovationen sein. Die Entwicklung sozialer Nutzungskonzepte unter Einbeziehung des Quartiers ist notwendig. Kann die Multihalle die kommunale Demokratie als Raum für neue Formate von Partizipation und bürgerschaftlichen Engagements stärken?

Fotos:
Arthur Bauer